Seminar "Die Noethersche Idealtheorie in Ringbereichen - ein historischer Zugang"

WS 2005/06

Zeit: Freitag, 2.12.05 (nachmittags) und Samstag, 3.12.05 (vormittags)

Raum: Freitag D1.328 und Samstag D1.320 (sowie ggfs. D2.314)

Vorbesprechung: Freitag, 4.11.05 um 12.00 Uhr im Besprechungsraum D2.343

Zum Inhalt:

Dieses Seminar wendet sich an Studierende im Hauptstudium, aber auch an Mathematikinteressierte, die sich mit der Geschichte der modernen Algebra auseinandersetzen möchten. Das Seminar wird gemeinsam mit der Mathematikhistorikerin Mechthild Koreuber (FU Berlin) angeboten und wird deshalb als Blockveranstaltung durchgeführt.

Das Seminar verbindet eine Einführung in die kommutative Algebra (an Hand einer klassischen Originalarbeit von Emmy Noether) mit mathematikhistorischen und wissenschaftstheoretischen Reflexionen. Das Seminar ist ein Experiment: Wir werden sehen, dass man moderne Mathematik (kommutative Algebra) an Hand einer Arbeit von Noether aus dem Jahr 1921 lernen kann. Diese Arbeit soll also ausführlich besprochen werden. Anschliessend werden wir die Arbeit historisch und wissenschaftstheoretisch einordnen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist Neugier; Algebra-Kenntnisse wären nützlich.

Programm:

Freitag, 2.12.2005 (Beginn 14.00 Uhr)

14-15  Mechthild Koreuber: Zur Biographie vom Emmy Noether.
15-16  Birgit Huber: Idealtheorie in Ringbereichen, Teil I.
16-17  Volker Peckhaus: Die Grundlagendiskussion in Göttingen.
17-18  Mechthild Koreuber: Zur Entstehung und Entwicklung einer mathematischen Tatsache: das Hasse-Brauer-Noether-Theorem. Historische und wissenschaftstheoretische Anmerkungen.
18-19  Mechthild Koreuber: Fotos von Emmy Noether.

Samstag, 3.2.2006 (Beginn 10.00 Uhr)

10-11  Sven-Ake Wegner: Idealtheorie in Ringbereichen, Teil II.
11-12  Stefanie Naewe: Zur Dialogizität in den mathematischen Texten Emmy Noethers.
12-13  Dennis Amelunxen: Emmy Noether und die Entwicklung der Kommutativen Algebra.
13-14  Abschlussdiskussion

Die Zeitplanung ist zur groben Orientierung gedacht. Zunächst ist für jeden Vortrag eine Länge von etwa 45 Minuten geplant. Damit ergibt sich noch Zeit für Diskussionen und Pausen.

Literatur:

  • Bachtin, Michail M.: Die Ästhetik des Wortes, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979.
  • Cassirer, Ernst: Substanzbegriff und Funktionsbegriff, Verlag Bruno Cassirer, Berlin 1910.
  • Corry, Leo: Modern Algebra and the Rise of Mathematical Structures, Basel und Boston 1996.
  • Flenner, Hubert: Emmy Noether and the development of Commutative Algebra and Algebraic Geometry. In: The Heritage of Emmy Noether, Ed. M. Teicher, Israel Math. Conf. Proc., Bar-Ilan University 1999.
  • Krause, Henning; Koreuber, Mechthild: Möglichkeiten und Grenzen der Kategorie Geschlecht in der Mathematik - Zur Dialogizität in den mathematischen Texten Emmy Noethers, in: C. von Braunmühl (ed.) Etablierte Wissenschaft und feministische Theorie im Dialog, Berliner Wissenschafts-Verlag (2003), 247-269. PDF
  • Matsumura, Hideyuki: Commutative Algebra, Cambridge University Press 1986.
  • Noether, Emmy: Idealtheorie in Ringbereichen, in: Mathematische Annalen, 83, Göttingen, 1921.
  • Tollmien, Cordula: Sind wir doch der Meinung, daß ein weiblicher Kopf nur ganz ausnahmsweise in der Mathematik schöpferisch tätig sein kann..., in: Göttinger Jahrbuch 38 (1990), 153-219.

Impressum | Webmaster | Letzte Änderungen am : 24.07.2007